Große Übersicht! Wie können Sie als Anwalt neue Mandanten online akquirieren? (Teil 3)

Benjamin Häntzschel Facebook Marketing, Google Ads, Instagram Marketing

Im 3. Teil gehe ich auf die Marketingmöglichkeiten von Google Ads und den beiden sozialen Netzwerken Facebook und Instagram ein.

Sie haben die ersten Teile noch nicht gelesen?

Hier geht es zum 1. Teil (hier klicken)

Hier geht es zum 2. Teil (hier klicken)

Google Ads

Effizient für Anwälte, wenn man es richtig macht

Google Ads sind kostenpflichtige Anzeigen von Google. Bezahlt wird für die klassischen Anzeigen in der Google-Suche pro Klick. Sucht man in der Google-Suche zum Beispiel nach einem Anwalt für Arbeitsrecht in Mainz, so werden einem ganz oben auf der Suchergebnis-Seite die Google-Ads-Anzeigen angezeigt. Darunter befinden sich bereits die organischen Suchergebnisse (SEO). Bei ortsbezogenen Suchanfragen folgt vor den organischen Ergebnissen häufig eine Karte mit drei Suchergebnissen aus Google Maps. Ganz unten befinden sich meist weitere Google Ads-Anzeigen.

Google Ads erscheinen ganz oben in der Google-Suche

Google Ads bringen schnelle Akquiseerfolge

Für Anwaltskanzleien bieten die Google-Ads-Anzeigen eine sehr gute Möglichkeit, neue Mandanten zu akquirieren. Der Großteil potenzieller Mandanten mit einem konkreten rechtlichem Problem, sucht in der Regel bei Google nach genau diesem Problem oder schon direkt nach einem Problemlöser – einem Anwalt.

Der Vorteil zur klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO), bei der es recht lange dauern kann bis gute Positionen erreicht und Neukunden akquiriert werden, liegt darin, dass Sie innerhalb kürzester Zeit neue Mandanten akquirieren können. Die Anzeigen sind nach Schaltung sofort aktiv.

Bitte nicht selber machen!

Das Ziel einer Werbekampagne mit Google Ads sollte es sein, dauerhaft neue Mandanten zu einem akzeptablen Preis zu akquirieren. Leider suggeriert Google, dass es sehr einfach ist Anzeigen zu schalten. Viele Rechtsanwälte haben es deshalb auch einmal selbst ausprobiert oder besser gesagt, versucht. Zu 98 % ist das Selbermachen zum Scheitern verurteilt. Wer selbst Google Ads schalten möchte, der sollte sich ausgiebig mit diesem Thema befassen, da diese weitaus komplexer sind, als es Google gerne vorgibt.

Aus unternehmerischer Sicht macht es deshalb mehr Sinn, diese Aufgabe in die Hände eines Experten zu geben, der für Sie die Kampagnenplanung und Optimierung der Werbeanzeigen übernimmt.

Eine optimierte Webseite darf nicht fehlen

Landingpage/Website einer Kanzlei

Allein eine Werbekampagne bei Google zu schalten reicht aber leider heutzutage nicht mehr aus. Zu jeder guten Google-Ads-Werbekampagne gehört eine dafür erstellte und passende Website, bzw. Landingpage. Ist Ihre Website, bzw. Ihre Landingpage nicht für den Verkauf, also für die Akquise von neuen Mandanten optimiert, so sind die Anfrageraten nicht so hoch, wie sie sein könnten. Das hat zur Folge, dass die Werbekosten in die Höhe getrieben werden und somit auch die Kosten pro Anfrage oft nicht mehr wirtschaftlich oder einfach nur ineffizient sind.

Meine Empfehlung

Google Ads sind ein sehr effizientes Marketinginstrument für Anwälte und neben dem Google My Business-Eintrag eines der Wichtigsten. Im Gegensatz zur SEO können Sie schnell darüber Umsatz generieren.

Das System ist komplexer, als es erscheint. Lassen Sie die Google Ads von einem Profi machen. Wichtig ist, dass die Anzeigen immer auf eine konversionsoptimierte Website/Landingpage ausgerichtet sind.

Am Ende sollten die Kampagnen effizient laufen, so dass Sie damit auch Ihren Umsatz steigern können und nicht Geld verbrennen.

Facebook Marketing

Mehrwert liefern und eine andere Seite Ihrer Kanzlei zeigen

Wie schon im ersten Teil dieser Artikelserie erwähnt, ist eine Facebook-Seite für die meisten Kanzleien nicht unbedingt der primäre Werbekanal, um neue Mandate zu akquirieren.

Benötigen Ihre Mandanten keine dauerhafte Betreuung bzw. sind an Ihren Schwerpunktthemen nicht dauerhaft interessiert, wird es schwierig, diese an Ihrer Facebook-Seite zu binden, und Sie werden nicht viele neue Mandate darüber akquirieren.

So ist z. B. ein Arbeitnehmer nicht dauerhaft an Informationen zum Arbeitsrecht interessiert. Auch jemand der gerade einen Verkehrsunfall hatte, möchte später nicht über jedes einzelne Gesetz aus dem Verkehrsrecht informiert werden. 

Haben Sie die Kapazitäten frei, so sollten Sie Ihre Facebook-Seite somit eher als eine Art Serviceerweiterung, Branding oder zum Networking ansehen.

Mit Ihrer Facebook-Seite einen Mehrwert liefern

Ganz anders sieht es aus, wenn Ihre potenziellen Mandanten immer wieder mit rechtlichen Problemen konfrontiert werden und Sie mit einer Facebook-Seite so diesen mit Ihren Informationen einen Mehrwert bieten können. Liefern Sie unter anderem ständig aktuelle Informationen zum Arbeitsrecht für Arbeitgeber, so wird ihre Facebook-Seite für Arbeitgeber als nützlich wahrgenommen und auch gerne abonniert.

Interessante Beiträge mit Mehrwert werden gerne gelesen.

Dadurch können Sie sich im Laufe der Zeit einen Kreis von Fans und potenziellen Mandanten aufbauen. Durch das Veröffentlichen regelmäßiger Beiträge zu Ihrem Fachthema werden Sie als Experte und Spezialist in diesem Bereich bei Ihrer Zielgruppe wahrgenommen. Haben Ihre Fans ein konkretes Problem aus Ihrem Rechtsgebiet, dann liegt es sehr nahe, dass diese Sie als erstes kontaktieren und Ihre Beratungsleistung in Anspruch nehmen.

Als best-practice hat sich zudem bewährt, nicht nur reine Fachthemen auf der Facebook-Seite zu veröffentlichen, sondern auch mal Fotos, Videos, Hintergrundinfos und mehr zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Person oder Ihren Mitarbeitern. 

Zudem ist es auch wichtig, dass Sie auf Kommentare Ihrer Fans reagieren und darauf auch Antworten. Nichts ist schlimmer als ein Anwalt, der eine Facebook-Seite betreibt, aber dann nie auf die Kommentare seiner Fans antwortet. Dadurch kann sich Ihr, mit viel Arbeit verbundenes, positiv erlangtes Image schnell wieder ins Negative wandeln.

Facebook Ads können eine gute Ergänzung sein

Facebook besteht aber nicht nur aus Facebook-Seiten. Dort kann auch gezielt Werbung geschaltet werden.

Beim Remarketing werden zum Beispiel bisherigen Besuchern Ihrer Webseite Anzeigen auf Facebook angezeigt. Dies ist ein effektives Werbeinstrument und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Kontaktanfrage.

Meine Empfehlung

Eine Facebook-Seite zu besitzen ist sicher nicht verkehrt. Haben Sie noch keine Facebook-Seite, so sollten Sie sich eine anlegen um sich zumindest Ihren Namen dort zu sichern. Können Sie Ihrer Zielgruppe einen Mehrwert mit Informationen liefern, dann sollten Sie regelmäßig dort Beiträge zu diesen Themen veröffentlichen.

Falls nicht, dann sehen Sie Facebook als einen Kanal an, der Besuchern einen anderen Einblick, eine andere Seite Ihrer Kanzlei zeigt. Posten Sie ab und an Bilder aus Ihrem Kanzleialltag, aber verschrecken Sie Ihre Fans nicht mit plumpen Werbebotschaften. Interagieren Sie mit Ihren Fans und Antworten Sie regelmäßig auf Kommentare.

Instagram Marketing

Mehrwert liefern und der jüngeren Zielgruppe einen Einblick in die Kanzlei verschaffen

Wie Facebook ist auch Instagram nicht unbedingt der primäre Werbekanal für Anwälte. Im Gegensatz zu Facebook ist die Zielgruppe, die Sie erreichen können, etwas jünger.

Unterstützung bei der Mandantenakquise

Gerade die jüngere Zielgruppe zwischen 20 Uhr und 35 schaut häufig noch einmal vor einer Mandatserteilung den Instagram-Kanal Ihrer Kanzlei an. Dieser kann also bei der Mandantenakquise unterstützend wirken.

Es gelten im Allgemeinen dieselben Empfehlungen wie für eine Facebook-Seite, allerdings liegt der Fokus kanalbedingt verstärkt auf der visuellen Darstellung mit Bildern und Grafiken.

Nutzen Sie Instagram, um Einblicke in Ihre Kanzlei zu gewähren. Posten Sie z. B. Fotos oder Videos aus Ihrer täglichen Kanzlei-Arbeit oder auch mal eine Rezension Ihrer Kunden.

Können Sie ihren Followern dort einen Mehrwert mit Rechtstipps bieten, so posten Sie diese Informationen und manifestieren Sie Ihren Status als Experte.

Mehrwert liefern und auf Artikel aufmerksam machen

Hören Sie auf plumpe Werbung zu posten!

Was ich leider des Öfteren schon gesehen habe, ist, dass manche Kanzleien Instagram mit klassischer Werbung verwechseln. Vermeiden Sie es, Ihre Follower mit plumpen Werbebotschaften zu belästigen. Dauerhafte Beiträge in Form von „Ihr Anwalt für Familienrecht“ „Schnelle Hilfe bei …“ … sind nicht nur uninteressant für Ihre Follower, sondern bewirken, dass diese Sie auf stumm schalten oder Sie entfolgen.

Des Weiteren ist es, wie bei einer Facebook-Seite, auch wichtig, dass der Account überhaupt zeitlich von jemand betreut werden kann. Haben Sie nicht die Zeit, dafür oder einfach keine Lust das zu machen, dann findet sich vielleicht ein Kollege oder Mitarbeiter in Ihrer Kanzlei, der das gerne übernehmen möchte. Sie sollten zumindest alle paar Tage etwas posten, damit Ihre Follower Sie auch wahrnehmen. Und trotzdem wichtig: Qualität geht über Quantität.

Zuletzt noch ein weiterer wichtiger Tipp. Interagieren Sie mit Ihren Fans! Liken Sie auch mal Beiträge Ihrer Follower und geben Sie auch einmal einen Kommentar oder eine Reaktion zu anderen Beiträge. Antworten Sie auf jeden Kommentar, den Sie bekommen (außer, Sie erkennen diesen ganz klar als Spam).

Wie bei Facebook sind auch bei Instagram Werbeanzeigen möglich.

Meine Empfehlung

Die Empfehlungen für Instagram lassen sich gut von Facebook übertragen. Besitzt Ihre Kanzlei noch keinen eigenen Instagram-Account, so sollten Sie ein neues Konto eröffnen, um zumindest Ihren Kanzleinamen zu sichern.

Können Sie Ihrer Zielgruppe einen Mehrwert mit Informationen liefern, dann sollten Sie regelmäßig dort Beiträge zu diesen Themen veröffentlichen.

Falls nicht, dann sehen Sie Instagram als ein Kanal an, der Besuchern einen anderen Einblick, eine andere Seite Ihrer Kanzlei zeigt. Posten Sie ab und an Bilder aus Ihrem Kanzleialltag, aber verschrecken sie ihre Followern nicht mit plumpen Werbebotschaften. Interagieren Sie mit Ihren Followern und Antworten sie regelmäßig auf Kommentare.

Im 4. Teil erfahren Sie mehr zur Eignung von XING und LinkedIn für Ihre Kanzlei. Zudem erfahren, Sie welches Potenzial E-Mail-Marketing für Sie bietet.

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